Brain Week 2001 |
Internationale Woche des Gehirns |
12. - 18. März 2001 |
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Bruchhausen-Vilsen: Im Rahmen der internationalen Woche des Gehirns fand am Freitag 16. März im Kur Centrum eine Tagung statt, die großes Interesse weckte. Schädelhirnverletzungen und der Umgang damit war das Thema, zu dem Zuhörerinnen und Zuhörer aus ganz Norddeutschland angereist waren. Statt der erwarteten 30 kamen mehr als 70 Teilnehmer.

Nach der Begrüßung durch den Heimleiter Hans-Joachim Seuß und Markus Hallaschka vom Kur Centrum, ging es zunächst um das Wach-Koma. Der Vortrag von Harald Faltz, dem Achimer Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie und Naturheilverfahren, ging der Frage nach: „Ist eine Begegnung möglich?“.
Was ein Begleiter oder eine Begleiterin von Wach-Koma-Patienten mit ihren Gefühlen, mit ihrer Wut, ihrer Trauer, mit Zorn, Verzweiflung, Resignation machen kann, wurde ebenso versucht zu beantworten, wie die Problematik der Kommunikation. Die anschließenden Rückmeldungen zeigten, dass er seiner Zuhörerschaft wohl aus der Seele gesprochen hatte.
Frau Dr. Barbara Schelliger, HNO-Ärztin in Bassum, beschäftigte sich mit der Frage, ob eine Trachealkanüle auf Lebenszeit getragen werden müsste, oder ob es eventuell Alternativen geben könnte. Auch hier zeigte die anschließende Diskussion ein hohes Maß an Konzentration auf das Thema, sowohl von Angehörigen als auch von Pflegenden.
Die Regionalbetreuerin der Selbsthilfegruppen von Angehörigen von Schädelhirnverletzten, Roswitha Stille, wünschte in ihrem Kurzvortrag, dass die

Hirnforschung vorangetrieben wird, „damit die Betroffenen irgendwann davon profitieren, da das Gehirn die Schlüsselrolle bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens darstellt“.
H.J. Seuß
B. Stahl
K.E. Siegel
Hannover: Mit einer „Reise in das Gehirn“ lud das INI International Neuroscience Institut am 15. März 2001 anlässlich der Brain Week die Öffentlichkeit zu einer Informationsveranstaltung und Führung durch das selbst baulich einem Gehirn nachempfundenen Institut ein.

Der Hörsaal des INI in Hannover fasst 140 Personen, was auch von den Organisatoren als maximal erwartete Besucher angesehen wurde. Bereits vor 14:00Uhr war klar, dass das Interesse der Hannoverschen Bevölkerung doch größer als erwartet war, doch dass es letztlich über 800 Besucher werden würde war nicht abzusehen.
Die Besucher erlebten nicht nur eine hoch interessante Führung durch das hi-tech Gehirn sondern erlebten auch die menschliche Offenheit von Dr. med. Steffen Rosahl, Oberarzt der Prof. Dr. med.Prof.Dr.h.c.mult.M. Samii, der leider auf einer Auslandsreise weilte, vertrat.
Der kleine Brainparcour des Bundesverbands SHV war zeitweise nicht mehr zu sehen und konnte sowohl den Nicht-Hirnverletzten als auch den Angehörigen von Hirnverletzten Aufschluß über manche Phänomene einer neurologischen Erkrankung veranschaulichen.
K.E. Siegel
I. Pramberger
K.E. Siegel
Neresheim: Zahlreiche Besucher, auch viele Nichtbetroffene mit regionalem Bezug zu Neresheim kamen in das Fachkrankenhaus Neresheim. Hier konnten sie durch simulierte Wahrnehmungsstörungen, Reizüberflutungen, etc. ihr eigenes Gehirn in seiner (Dis-)Funktion erleben.
Dass Lebensqualität nicht von einer noch so dramatischen Krankheitsgeschichte abhängt erfuhren die Besucher in der Talkrunde mit früheren Patienten. So spielte ein Patient Klavier, ein anderer berichtete von seiner kurzlichen Heirat. Der eigne Wille, der in der Extremsituation „Koma“ durch das soziale Umfeld gestärkt werden muss, ist ausschlaggebend für das Ergreifen der persönlichen Ressourcen eines jeden einzelnen. Herr Schaber, Geschäftsführer des Fachkrankenhauses hat auf Grund der guten Resonanz bereits Pläne für die Brain Week 2002. Es wird wieder sehr spannend.
Schaber/Siegel
Nürnberg: Wie sieht das Gehirn eigentlich aus, wie funktioniert es? Auch darüber gab es im VdK-Haus in Nürnberg jede Menge Informationen.

In Nürnberg kam die Information über die Brain Week im Januar aus dem Internet. Die Idee kurzfristig bei der Internationale Woche des Gehirns mit zu machen fand bei mehreren Hirnverletzten großes Interesse.
Am 16. März 2001 präsentierten sich sieben Selbsthilfegruppen, drei Beratungsstellen für Hirnverletzte und zwei Rehakliniken im VdK-Haus.
Dabei ging es nicht nur um Unterstützung und Therapieformen für Betroffene, sondern auch darum, das Gehirn besser kennen zu lernen. In einem kleinen Erfahrungsfeld zum Beispiel konnten die Besucher mit ihren eigenen Sinnen und mit Gedächtnisfunktionen experimentieren oder sich im Gehirnjogging üben.

Die lokale Presse, der Bayrische Rundfunk und das Franken Fernsehen waren gekommen und berichteten über unsere Aktion. Auch wenn bei über einhundert Besucher die Sitzplätze knapp wurden so herrschte eine sehr gute Atmosphäre und war sowohl für die Besucher als auch für die Aktiven eine wichtige und motivierende Erfahrung. Das starke Interesse gibt uns Mut, im nächsten Jahr uns in einem größeren Rahmen wieder an der Brain Week zu beteiligen.
Chr. Hartwig
K.E. Siegel
Schömberg: Ein ganz neues interdisziplinäres Pflegekonzept wurde in der Kinderklinik Schömberg im Rahmen der Internationalen Woche des Gehirns vorgestellt. Experten aus den Bereichen Medizin, Pädagogik, Pflege, Therapie und dem MDK (Medizinischer Dienst) trugen nicht nur diesen alle Berufszweige vernetzenden Ansatz vor, sondern setzten diesen in den Workshops an beiden Tagen auch praktisch mit den Teilnehmern um. Nicht nur die Resonanz auf das Projekt „gemeinsame Pflege“ war mit insgesamt 80 Teilnehmer sehr groß, sondern viele Vertreter eigener Einrichtungen wollen dieses Modell auch in Ihr Haus einbinden.
Chefarzt Dr. Diener der die Kinderklinik erst letztes Jahr übernahm, hat damit wieder einmal gezeigt, dass Innovation und Professionalität einer Einfühlsamkeit und Hingabe zum Patient nicht entgegensteht, sondern eine Forderung für das zu behandelnde Kind sein muss.
K.E. Siegel
K.E. Siegel
Soltendieck: Dass Aufklärung auch dort sinn-voll ist, wo Fuchs und Hase sich Gute Nacht wünschen konnten die BesucherInnen im Sinnes-Pavillon der betroffenen Familie Stille/Lübke erleben.

R. Lübke
Stuttgart: Die Passanten in der Stuttgarter Innenstadt wurden durch Petro dem Zauberer magisch angezogen. Was sie jedoch nicht ahnten war, dass sie an dem kleinen Brainparcour von ceres Stuttgart mit Irritationen ihre eigenen Erfahrungen machen konnten. Nicht nur die Sinne sondern das Gehirn selbst gaukelt uns Dinge vor, die zwar aus unserer Erfahrung heraus richtig aber eben doch nicht real ist.
Welche Möglichkeiten Eltern haben ihr hirnverletztes Kind in ihrem Testament sinnvoll zu bedenken stellte der Notar Lothar Schnell am Nachmittag einem hoch interessiertem Zuhörerkreis vor.
Der Abschluß sowohl in Stuttgart als auch der Brain Week 2001 bildete das Benefizkonzert in der Domkirche St. Eberhard. Ein außergewöhnliches Konzert erlebten die Besucher, denn das vom Organisten Thomas M.J. Schäfer arrangierte Programm führte durch kurze Textbeiträge von zwei Hirnverletzten in beeindruckender Weise in das Thema der Internationalen Woche des Gehirns ein.
I. Pramberger
Gutbesuchte Tagung im Kur-Centrum zum Thema Schädelhirnverletzungen macht Mut zur Fortsetzung.
Bruchhausen-Vilsen: Zum ersten Mal gab es in Deutschland eine „Woche des Gehirns“, allerdings in Niedersachsen dazu nur drei Veranstaltungen. Die Initiatoren hoffen jedoch daraus ein jährlich wiederkehrendes großes Ereignis machen zu können. Die Tagung dazu am Freitag im Kur Centrum weckte zumindest großes Interesse, statt der erwarteten 30 kamen mehr als 70 Teilnehmer.
Schädelhirnverletzungen und der Umgang damit war das Thema, zu dem Zuhörerinnen und Zuhörer aus ganz Norddeutschland angereist waren. Nach der Begrüßung durch den Heimleiter Hans-Joachim Seuß und Markus Hallaschka vom Kur Centrum, ging es zunächst um das Wach-Koma. Der Vortrag von Harald Faltz, dem Achimer Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie und Naturheilverfahren, ging der Frage nach: „Ist eine Begegnung möglich?“.
Was ein Begleiter oder eine Begleiterin von Wach-Koma-Patienten mit ihren Gefühlen, mit ihrer Wut, ihrer Trauer, mit Zorn, Verzweiflung, Resignation machen kann, wurde ebenso versucht zu beantworten, wie die Problematik der Kommunikation. Harald Faltz wies auf zwei mögliche Wege hin, die Kraniosacral-Therapie einerseits und die Modelle C.G. Jungs zur Kommunikation. Die anschließenden Rückmeldungen zeigten, dass er seiner Zuhörerschaft wohl aus der Seele gesprochen hatte.
Kanüle auf Lebenszeit?
Frau Dr. Barbara Schelliger, HNO-Ärztin in Bassum, beschäftigte sich mit der Frage, ob eine Trachealkanüle auf Lebenszeit getragen werden müsste, oder ob es eventuell Alternativen geben könnte, Therapieverfahren, die ein Leben ohne diese Beeinträchtigung möglich machen könnten. In ihrer mehr als 20-jährigen Berufspraxis hatte sie sich ausführlich mit diesem Thema befasst. In ihrem Vortrag wurde deutlich, dass Alternativen ein Maximum an menschlicher Zuwendung bedeuten, an Arbeit mit den Patienten, die wohl vorwiegend von Logopäden geleistet werden müsste, um den Schluckreflex wieder zu wecken. Auch hier zeigte die anschließende Diskussion ein hohes Maß an Konzentration auf das Thema, sowohl von Angehörigen als auch von Pflegenden.
Schlüsselrolle
Die Regionalbetreuerin der Selbsthilfegruppen von Angehörigen von Schädelhirnverletzten, Roswitha Stille, wünschte in ihrem Kurzvortrag, dass die Hirnforschung vorangetrieben wird, „damit die Betroffenen irgendwann davon profitieren, ... da das Gehirn die Schlüsselrolle bei allen Aktivitäten des täglichen Lebens darstellt“. Sie wies darauf hin, dass Selbsthilfegruppen nicht die Arbeit machen können, die von Angehörigen geleistet werden muss, aber dass Ratschläge und menschliche Anteilnahme dort zu finden sei.
Im übrigen sehen sich Selbsthilfegruppen als Ansprechpartner der Rehakliniken, der Pflegeeinrichtungen, der Therapeuten und der ambulanten Pflegedienste – und das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor in der Weiterentwicklung der Forschung.
Offene Workshops und Erfahrungsaustausch
über die Pflege mehrfachbehinderter Kinder
mit der Arbeitsgruppe
Kinderpflege
Frau Dr. Becker, MDK Nordrhein 40210 Düsseldorf
Frau Dr. Brauns, MDK Brandenburg 16225 Eberswalde
Frau Habel, MDK Westfalen-Lippe 58452 Witten
Frau Otte, MDK Westfalen-Lippe
Herr Dr. Hosse, MDK Westfalen-Lippe 44787 Bochum
Herr Dr. Lürken, MDS Essen 45141 Essen
Herr PD Dr. Mohrmann, MDK Baden -W 77933 Lahr
Herr Dr. Schubert, MDK Baden-W. 77933 Lahr
Frau Prof. Bullinger 22529 Hamburg
Frau Dr. Gutschmidt 35039 Marburg
Frau Dr. Raven-Sieberer 22529 Hamburg
Frau Prof. Schiemann 49076 Osnabrück
Frau PD Dr. von Steinbüchel 80336 München
Frau PD Dr. Warschburger 28359 Bremen
Frau G. Wild 63857 Waldaschaff
Herr Dr. Diener 75328 Schömberg
Herr Dr. Hoffart 55130 Mainz
Herr Prof. Dr. Haas 70174 Stuttgart
Herr Dr. Knecht CH-8910
Affoltern a. A.
Herr Dr. Konrad 66841 Landstuhl
Herr Prof. Dr. Largo CH-8000 Zürich
Herr Dr. Mayer, Dipl. Psych. 77694 Kehl-Kork
Herr Prof. Dr. Michaelis 72076 Tübingen
Herr Prof. Schlack 53119 Bonn
Herr PD Dr. Schuntermann 60322 Frankfurt
Herr Prof. Dr. Dr. h.c. v. Voss 81377 München
Am 9. und 10. März haben in Schömberg die 1. Schömberger Kinderpflegetage stattgefunden.
Selbsthilfe, Pflege, Heilerziehungspflege, Pädagogik, Therapie, Psychologie, Gutachterwesen und Medizin haben gemeinsam in verschiedenen Workshops Pflegethemen besprochen und
weiterentwickelt. Die Veranstaltung war Teil der Projektarbeiten der interdisziplinären Arbeitsgruppe Kinderpflege.
Die Einführungsreferate zu den Hauptthemen erfolgten morgens im Plenum in den neuen Räumen der Kinderklinik. Danach verteilten sich die insgesamt 80 Teilnehmer/Innen
auf die verschiedenen Workshops zur gemeinsamen Diskussion. Bedingt durch die Struktur und Zielsetzung der Kinderpflegetage mit maximal 20 Teilnehmern pro Workshop war die Teilnehmerzahl für die Pflegetage begrenzt worden. Viele Gäste und Experten haben darüber hinaus abends und früh morgens die Gelegenheit genutzt und an Pflegeprozessen in der Klinik aktiv teilgenommen. Hierbei hat eine Pflegekraft der Klinik mit einem oder maximal zwei Gästen die Pflege eines schwer mehrfachbehinderten Kindes durchgeführt. Das Projekt „gemeinsam Pflegen“ soll angesichts der großen Resonanz in zwei Jahren erneut angeboten werden.
In Thema 1 wurde durch die Referentin Frau Wild (freiberuflich tätige Kinderkrankenpflegerin und Vorstandsmitglied im Berufsverband Kinderkrankenpflege) eingeführt. Dargestellt wurden die Eigenständigkeiten und Besonderheiten der Kinderkrankenpflege. Im nachfolgenden Workshop wurde durch die Züricher Gäste die Entwicklung der Kinderkrankenpflege in der Schweiz vorgestellt. Die Diskussion eröffnete neue Möglichkeiten, um die Aufteilung von Pflege in Grund- und Behandlungspflege zu überwinden und um die kindspezifischen Besonderheiten auch in der Ausbildung besser herauszustellen.
Thema 2 wurde durch Dr. Konrad, Neuropädiater im SPZ Landstuhl und Landessprecher der Grünen in Rheinland-Pfalz, vorgestellt. Das aktuelle Pflegebedarfsfeststellungsverfahren der Pflegeversicherung wurde vergleichen mit dem alternativen Konzept der Arbeitsgruppe Kinderpflege zur verbesserten Pflegebedarfsfeststellung für Kinder. Der Diskussionsstand über das neue Begutachtungsmodell im Gesundheitsministerium, im MDS und bei den Spitzenverbänden wurde dargestellt. Nach dem Ministerwechsel ist die angelaufene positive Diskussion mit dem Ministerium vorerst verstummt. Im nachfolgenden Workshop wurde das bekannte Alternativmodell für die anstehende modellhafte Umsetzung weiterentwickelt.
Thema 3 wurde durch Frau Dr. Hollenweger, Pädagogin in Zürich und Mitarbeiterin der WHO im Rahmen der Entwicklung des ICIDH-2 (Internationale Classifikation der Impairments, Disabilities und Handicaps – 2) vorgestellt. Die pädagogischen Aspekte von Kinderpflege lassen sich mit dem neuen Klassifikationsmodell der WHO besser und im umfassenden Zusammenhang darstellen. Das neue Klassifikationsmodell eröffnet, ausgehend vom Kind, nicht nur einen neuartigen Überblick über die Aufgaben von Pflege, sondern auch eine gemeinsame Sprache über alle helfenden Berufsgruppen hinweg für die Behandlung, Pflege, Rehabilitation und Förderung von chronisch kranken und/oder behinderten Kindern.
Die bisherige gemeinsame Arbeit wurde gewürdigt. Die Arbeitsgruppe Kinderpflege hat ihre Entwicklungen jeweils mit der WHO abgestimmt und die Kinderklinik Schömberg arbeitet seit über einem Jahr auf dem Boden eines innovativen ICIDH-2 Prozessmodells. (Schömberger Modell).
Thema 4 galt der Behandlung und Therapie in der Pflege und wurde durch zwei Referenten vorgestellt: Dr. Böhler (Kinderarzt im MDK- Baden-Württemberg) beschrieb die aktuelle Situation bezüglich medizinischer Behandlungspflege und verwies auf die Grundsatzarbeit der Arbeitsgruppe Kinderpflege zu diesem Thema. Die dort angesprochenen Probleme werden inzwischen zumindest teilweise bearbeitet. Es wurde ein US-amerikanisches Modell vorgestellt, das möglicherweise in der Zukunft auch bei uns Anwendung finden könnte.
Herr Noergaard (Kinderklinik Schömberg) hat als Bobath- Lehrtherapeut die Integration von Therapie in die Pflege anhand verschiedener Beispiele beschrieben. Wiederum war es der ICIDH-2 Ansatz, der überraschend klar die Kooperationsmöglichkeiten transparent machte.
Thema 5 wurde durch Frau Herrmann und Dr. Knecht (Universitäts-Kinderklinik Zürich, Kinderneurologische Rehabilitation in Zürich-Affoltern a.A.) gemeinsam dargestellt.
Anhand von Videobeispielen und auf dem Boden des ICIDH-2 wurde der Begriff der „Rehabilitationspflege“ bei Kindern definiert. Für alle Dimensionen der Krankheiten und der Krankheitsfolgen einschließlich Kontext und Partizipation wurde gerade am Beispiel von Kindern und Jugendlichen im Wachkoma Rehabilitationspflege im Alltag gezeigt.
Thema 6 beschäftigte sich mit alters- und entwicklungsabhängigen Pflegeaspekten.
Durch die Kinderklinik Schömberg (Dr. Diener u. Mitarbeiter) wurde dargestellt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse über gezielte Pflegeinhalte für definierte Entwicklungsalter und verschiedene Entwicklungsstörungen weitgehend fehlen. Analog dem Schömberger Prozessmodell wurde im nachfolgenden Workshop ein Prozessmodell zur Kinderkranken-pflege vorgeschlagen, um die Thematik gezielt aufarbeiten zu können mit nachfolgender Entwicklung definierter Pflegebausteine, die sich einer wissenschaftlichen Überprüfung stellen können.
Thema 7 galt dem Verstehen und Begleiten von Eltern und Umfeld. Herr Voith (Elternarbeit Schömberg) gestaltete als Sozialarbeiter und Theaterpädagoge im Plenum das Thema und den nachfolgenden Workshop. Gerade Familie und Umfeld müssen in Zukunft vermehrt einbezogen werden. Nicht die Institution, sondern Kind und Familie bestimmen Notwendigkeiten, Ziele und Ergebnisse von Pflege. Eine familienorientierte Rehabilitation und Pflege ist gerade für schwer betroffene Familien ein zwingender Bedarf.
Thema 8 widmete sich einer neuen Arbeitshilfe des MDK Baden-Württemberg für die Pflegebegutachtung bei Kindern. Nach Vorstellung grundlegender Daten zur Pflegeversicherung wurde der Fragebogenentwurf durch Herrn Spät (Kinderkrankenpfleger beim MDK Baden-Württemberg) vorgestellt und im nachfolgenden Workshop diskutiert und bearbeitet. Die Bemühungen um eine bessere Datenlage und Vorbereitung des MDK auf Kinderpflegegutachten wurde ausdrücklich gewürdigt.
Für die Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde und die Gesellschaft für Sozialpädiatrie bedankte sich abschließend Herr Prof. Von Voss (München) für die erfolgreiche Veranstaltung, ebenso Herr Dr. Lürken für den Medizinischen Dienst der Spitzenverbände (MDS- Essen) und den MDK. Einstimmig haben sich alle beteiligten Berufsverbände und Gesellschaften für eine Wiederholung der Veranstaltung in zwei Jahren ausgesprochen.
Die Projektarbeiten der Kinderpflegetage Schömberg werden im Verlauf der nächsten Wochen zusammengefasst und im Rundlauf von den Teilnehmern weiterentwickelt und korrigiert. Die Arbeitsgruppe Kinderpflege möchte die Arbeitsergebnisse nach Fertigstellung und Abstimmung publizieren.